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| Progamme: Hörproben und Inhalte | ||
| Nacht und Träume Chorleitung: Amei Scheib Mitwirkende: |
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| Frauen und Fremde Chorleitung: Amei Scheib Mitwirkende: Tanz, Gesang, Percussion: Joaquina Siquice-Rawe |
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Rosig färbt der Horizont sich... |
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| Könnt´ich zu den Wäldern flüchten... Chorleitung: Amei Scheib Choreographische Ideen: Serafina Stoffel Diaprojektionen: Sabine Loos |
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| Chor Abenteuer Afrika Chorleitung: Amei Scheib Mitwirkende: Joaquina Siquice-Rawe und Dede Mazietele mit Les Bantous |
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| Die Damen werden 10! Chorleitung: Amei Scheib Klavier: Andrea Hermann Gäste: Gabriele Bernstein , Ulrike Donié, Mona Douale, Vismaya Hensler, Alice Hoffmann Joaquina Siquice-Rawe, Susanne Thewes, Christian Walter |
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| Nordlicht überm Balkan Chorleitung: Amei Scheib Mitwirkende: |
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| Canto General Chorleitung: Amei Scheib Mitwirkende: |
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| Wir hab´n ja den Kopf noch fest auf dem Hals! Chorleitung: Amei Scheib Mitwirkende: |
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| Nacht und Träume | ||||
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Veranstalterin: Gleichstellungsstelle der Landeshauptstadt Saarbrücken. Eine Veranstaltung im Rahmen des Frauenkulturmonats 1993: "Frauentraum -Utopia ?" |
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| Frauen und Fremde | ||||
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So ist für den Chor die Begegnung mit anderen Kulturen eine Herausforderung. Neues kennen lernen, Begegnungen zulassen, sich dem Lebensgefühl der Frauen anderer Länder zu nähern. Gleichzeitig reflektieren wir über eigene Fremdheiten und über die von Frauen in unserer Gesellschaft. In der Arbeit an dem Programm macht der Chor neue Erfahrungen mit fremden Rhythmen, anderen Sprachen, Improvisationen. Das Programm umfasst Werke aus afrikanischen Ländern, Ländern des Balkan, des Orients, aus Lateinamerika und aus unserem eigenen Kulturraum. Beim afrikanischen Teil werden die Frauen unterstützt und tänzerisch angeleitet durch Joaquina Siquice-Rawe, ehemalige Primaballerina aus Mozambique.
In Rumänien ist es seit Jahrhunderten Tradition. dass Frauen ihre Arbeit und ihre rituellen Handlungen bei Beerdigungen und in der Kirche gesanglich begleiten. In dieser Tradition steht der Auferstehungsritus von Myriam Marbé, der an orthodox-byzantinische Kirchenmusik anknüpft. Auch ein Hochzeitslied aus Persien, ein Friedenslied aus Aserbaidschan und ein Tango aus Südamerika sind zu hören. Aus dem deutschsprachigen Bereich singt der Chor ein Lied von Fanny Mendelssohn-Hensel und Werke von zeitgenössischen Komponistinnen.
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| Rosig färbt der Horizont sich... | ||||
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Frauen und das Frauenbild der zwanziger Jahre waren Ausgangspunkt für das Programm ‘Rosig färbt der Horizont sich...’. An der Art und Weise wie sie aktiv waren in Kunst und Politik, wie sie dargestellt wurden in Musik, Film, bildender Kunst und Literatur zeigt sich eine große gesellschaftliche Veränderung: die Zwanziger Jahre waren eine Zeit der Auf- und Umbrüche, eines neuen Selbstverständnisses von Frauen und ihrer Rolle in der Gesellschaft. Nur kurz dauerte allerdings die von uns so bewunderte Aufbruchstimmung: Arbeitslosigkeit, Weltwirtschaftskrise und Nationalsozialismus setzten auch den Träumen der Frauen klare Grenzen. |
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Trotzdem: nach dem ersten Weltkrieg lockerte sich erst einmal die Moral. Marlene Dietrich konnte es wagen, sich rittlings auf einen Stuhl zu setzen und zu bekennen, dass sie von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt sei. Ganz in diesem Sinn erklärt der Chor, dass er ob blond, ob braun - alle Frauen liebt! Eingeklemmt in das starre Korsett einer patriarchalen Gesellschaftsordnung wurden insbesondere sozial schwache Frauen - wir denken an die allzeit verfügbaren Dienstmädchen - auch sexuell ausgebeutet. Mittellose Künstlerinnen erwiesen sich angesichts des glitzernden Mammons weder moralisch noch - gegen Ende der Republik - als politisch gefestigt. ‘Lied eines Freudenmädchens’, ‘Lied der Kupplerin’ und ‘Meine Schwester und ich’ erinnern an die schwierige Situation vieler Künstlerinnen und an die sexuelle Ausbeutung von Frauen. |
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Auf der Seifenblase eines kurzen Wirtschaftswunders tanzten findige Unternehmer, aber auch Schieber und Kriegsgewinnler. Die im Dunklen waren Arbeitslose, Kriegsversehrte, Witwen und Waisen. Von der Armut erzählt das ‘Lied vom bettelnden Kind mit den Schwefelhölzern’. Das ‘Stempellied’ der Arbeitslosen ist wieder sehr aktuell und in ‘Puttin on the Ritz’ wissen die Snobs der feinen Gesellschaft oder solche, die es gerne wären, sich zu präsentieren. Auf dem Tanzparkett waren der ‘Shimmy’ und der ‘Cake-Walk’ der letzte Schrei. Hier zeigten sich deutlich afroamerikanische Einflüsse, die auch durch den Jazz - damals eine Musik für ganz Ausgeflippte - bestimmend wurden. ‘Shimmy’ bedeutet ‘Becken’ und ‘Sex’. Die Deutschen vereinnahmten das Wort und machten ‘Jimmy’ daraus, was die Herkunft des Tanzes unterstrich. Becken und Rumpf wurden isoliert rhythmisch geschüttelt. Diese Art sich zu bewegen widersprach dem traditionellen europäischen Tanz, bei dem sich - wie beim Walzer - Mann und Frau harmonisch gemeinsam drehen und wiegen. Nun tanzte jede auch allein und ‘machte, was sie wollte’, was obrigkeitsstaatlichem Denken und den traditionellen Tanzschulen ein Dorn im Auge sein musste. Die Tanzlehrer versuchten krampfhaft wilde Emotionen und hemmungslose Bewegungen zu bändigen und so mündete der Shimmy im Foxtrott und in Elementen anderer Standardtänze. Beim Cake-Walk haben sich ursprünglich die farbigen Sklaven auf den Plantagen der Südstaaten über ihre Herrschaften lustig gemacht. Ursprünglich wurde ein Strich auf den Boden gezogen oder ein Seil auf die Erde gelegt, und die Farbigen machten unter den anfeuernden Rufen ihrer Freunde ihre weißen Herren nach. Für die beste Darbietung erhielt der Gewinner ein Stück Kuchen - daher der Name ‘Cake-Walk’. Die Parodien gelangen offensichtlich so vorzüglich, dass die Herrschaften die grotesken Bewegungen übernahmen und begannen, sich ebenso zur Musik zu bewegen. |
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| Könnt ich zu den Wäldern flüchten... | |||
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I Vier Gesänge für Frauenchor, zwei Hörner und Harfe (Johannes Brahms) 1. Es tönt ein voller Harfenklang2. Song from Twelfth Night 3. Der Gärtner ( Download 1.490 kb /MP3) 4. Gesang aus Fingal II Intermezzo (Robert Schumann) Aus “Ein Faschingsschwank aus Wien“ 5 Fantasiebilder für Klavier III Er, der herrlichste von allenAus “Frauenliebe und Leben“. Liederzyklus für Frauenstimme und Klavier (Robert Schumann) IV Wir winden dir den Jungfernkranz Aus “Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber) V Im Walde (Robert Schumann) für Frauenchor und Klavier |
VIII Ständchen (Franz Schubert) für Frauensolo, Frauenchor und Klavier IX Fünf Terzette (Fanny Hensel)
X November (Fanny Hensel) Aus dem Klavierzyklus “Das Jahr“ XI Auf dem See (Fanny Hensel) für Singstimme und Klavier XII Faust (Fanny Hensel) Kantate für Frauenchor, Sopransolo und Klavier |
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Chorliteratur, Lieder und Klaviermusik der deutschen Romantik stehen im Mittelpunkt des Programms "Könnt´ich zu den Wäldern flüchten". Werke von Johannes Brahms, Franz Schubert, Robert Schumann und Carl Maria von Weber gelangen zur Aufführung. Die Komponistin Johanna Kinkel kommt mit zwei Liedkompositionen zu Wort.
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Der zweite Teil des Abends ist weitgehend der Komponistin Fanny Hensel geb. Mendelssohn gewidmet. Die Erarbeitung ihrer Werke, aber auch die der anderen KomonistInnen war dem Chor über zwei Jahre hinweg eine würdige und anspruchsvolle Aufgabe. Neben der Musik hat sich der Gemischte Saarbrücker Damenchor mit den historischen Begebenheiten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befasst und dem in Texten, Vokalwerken und Bildern präsenten Frauenbild der Zeit auseinander gesetzt.. | ||
Der Gemischte Saarbrücker Damenchor und der Gemischte Saarbrücker Herrenchor lassen sich gemeinsam auf das Abenteuer ein, Lieder aus dem südlichen Afrika zu singen. Afrika, die Wiege der Menschheit, bietet uns heute die Möglichkeit, uns auf unsere Ursprünge zurück zu besinnen.Die Musik Afrikas, die sich in den Rhytmen und Melodien sämtlicher populären Musikrichtungen wiederfindet, setzt in uns Gefühle verschiedener Art frei. Vor allem aber bewegt sie und animiert uns dazu, uns zu bewegen. |
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| Die Damen werden 10! | ||||
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1 Zwei alte Tanten Musik / Text: Georg Kreisler / Ulrike Donié, Soli: Gabriele Bernstein, Ulrike Donié, Alice Hoffmann (aus: Nacht und Träume) 2 Nachts nicht schlafen können Musik / Text: Annegret Keller / Arthur Troppmann, Querflöte: Susanne Thewes, Kontrabass: Christian Walter (Nacht und Träume) 3 Mr. Sandmann Text / Musik: Pat Ballard, Kontrabass: Christian Walter (Nacht und Träume) 4 Rosenstück Musik / Text: Gabriele Hasler (aus: Frauen und Fremde) 5 Alfonsina y el mar Text / Musik: Ariel Ramierez / Felix Luna, Gesang: Amei Scheib, Tanz: Mona Douale (aus: Frauen und Fremde) 6 Flüchtlingsmutter Text: Hildegard Wohlgemuth, Performance: Peggy Daut, Joaquina Siquice-Rawe, Rezitation: Gabriele Bernstein, Uschi Guht, Amei Scheib (aus: Frauen und Fremde) 7 Cantec-Veseliti-va Musik: / Text Myriam Marbé / Altrumänisches Fragment (aus: Frauen und Fremde) 8 Rosarito Vera maestra Musik / Text / Bearbeitung: Ariel Ramirez / Felix Luna / Amei Scheib (aus: Frauen und Fremde) 9 The Eight O’Clock Rush Musik: Bess Rudisill (aus: Rosig färbt der Horizont sich) 10 Chor der Fräuleins Musik / Text: Wolfgang Fortner / Erich Kästner (aus: Rosig färbt der Horizont sich) 11 Lied von der belebenden Wirkung des Geldes Musik / Text / Bearbeitung: Hanns Eisler / Bertolt Brecht /Hartmut Fladt / Amei Scheib (aus: Rosig färbt der Horizont sich) 12 Ob blond, ob braun Musik / Text / Bearbeitung: Robert Stolz / Ernst Manischka / Amei Scheib (aus: Rosig färbt der Horizont sich) 13 Eifersuchtsduett Musik / Text: Kurt Weill / Bertolt Brecht, Gesang: Christine Buser, Brigitta Kilian-Cazangiu (aus: Rosig färbt der Horizont sich) 14 Ein Freund, ein guter Freund Musik / Text / Berarbeitung: Richard Heymann / Robert Gilbert / Amei Scheib (aus: Rosig färbt der Horizont sich) 15 Raus mit den Männern aus dem Reichstag Musik / Text: Friedrich Hollaender, Solo: Gabriele Bernstein (aus: Rosig färbt der Horizont sich) |
------------ Pause ------------------ Terzette Musik: Fanny Hensel (aus: Könnt’ ich zu dem Wäldern flüchten) 1 Frühzeitiger Frühling Text: Johann Wolfgang von Goethe 2 Wiedersehn Text: Johann Gustav Droysen 3 Abschied Text: Heinrich Heine 4 Wand'l ich in dem Wald Text: Heinrich Heine 17 Auf dem See Musik / Text: Fanny Hensel / Johann Wolfgang von Goethe, Gesang: Vismaya Henseler (aus: Könnt’ ich zu dem Wäldern flüchten) 18 Sikuyo Musik / Text: Emily Crocker / trad. afrikanische Lyrik (aus: Abenteuer Afrika) 19 Homeless Musik / Text / Bearbeitung: Paul Simon / Joseph Shabalala / Amei Scheib, Soli: Dorothee Chadzelek, Joaquina Siquice-Rawe, Anne Teufel (aus: Abenteuer Afrika) 20 Kule kule quatinova Musik / Text / Bearbeitung: Mocambique / Zimbabwe trad. / Amei Scheib /Joaquina Siquice-Rawe, Solo: Joaquina Siquice-Rawe (aus: Abenteuer Afrika) 21 Nkosi sikelel’i Afrika Musik / Text / Bearbeitung: Enoch Sotonga / Amei Scheib (aus: Abenteuer Afrika)
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Ein Geburtstag will gefeiert werden. Der Gemischte Saarbrücker Damenchor hat sich entschlossen, das mit einem Festprogramm zu tun. Zu hören und zu sehen sind Ausschnitte der künstlerischen Programme aus 10 Jahren. Fünf in ihrer künstlerischen Qualität ganz unterschiedliche Programme haben wir in dieser Zeit zur Aufführung gebracht, denen allerdings auch einiges gemeinsam war: Sie waren für Frauenchor konzipiert, brachten häufig die Werke von Frauen zur Aufführung, warfen einen frauenspezifischen Blick auf traditionelle Kulturgüter und setzten sich historisch-kritisch mit Weiblichkeitsbildern auseinander. |
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| Canto General | ||||
Zusätzlich im Programm dieses anspruchsvollen Konzertes: Lieder aus Lateinamerika Musica Interior Marimba Spiritual von Minoru Miki |
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Die Musik komponierte der berühmteste Komponist Griechenlands: Mikis Theodorakis. Der Text, in spanischer Originalsprache gesungen, ist von Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda. Inhaltlich beschreibt das Werk die Geschichte Lateinamerikas, weshalb die Musik von Mikis Theodorakis auch Anklänge an die lateinamerikanische Musik gesucht und sehr schön realisiert hat. Für eine Aufführung, die den hohen qualitativen Ansprüchen des Werkes gerecht wird, ist ein großer Chor, keinesfalls unter 60-70 Sängerinnen und Sängern, zuzüglich zahlreicher Instrumentalisten, sowie 2 Gesangsolisten notwendig. Der Gemischte Saarbrücker Damenchor und der Gemischte Saarbrücker Herrenchor (90 SängerInnen), beide unter der künstlerischen Leitung der Musikwissenschaftlerin Amei Scheib, proben 1 1/4 Jahre für die Aufführung dieses Werkes. Musikalisch könnte man den Canto mit einem Requiem oder der Misa Criolla vergleichen. Die WIKIPEDIA Infos zum Canto General mit Querverweisen
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| Wir hab´n ja den Kopf nocht fest auf dem Hals | |||
Eine Chorkollage der 50er Jahre |
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"Wohl kaum ein Jahrzehnt nach dem 2. Weltkrieg, das so widersprüchlich, so spannend und so irritierend war wie die 50er“ schreibt die SZ am 04.05.09 mit Blick auf den 60. Jahrestag der BRD. Mit seinem neuen Programm „Wir hab’n ja den Kopf noch fest auf dem Hals“ bringt der Gemischte Saarbrücker Damenchor unter Leitung von Amei Scheib genau dieses widersprüchliche Lebensgefühl musikalisch auf die Bühne. Das Publikum geht musikalisch mit auf eine Zeitreise, in deren Mittelpunkt ganz oft ein Frauenleben steht. Die NS-Zeit und den Krieg noch in den Knochen, viele traumatisiert, die Trümmer gerade erst weggeräumt erleben sie in rasendem Tempo die Teilung Deutschlands, das Wirtschaftswunder und die Integration in das westliche Bündnis. Während die einen noch auf ihre Männer aus der Kriegsgefangenschaft warten, richten sich die anderen schon ein im „trauten“ Heim „als höchstem Lebensglück“. Das „Marschlied 1945“, „Das Lied der Steinklopferinnen“ und „Das Lied vom Warten“ bringen dieses Lebensgefühl zum Ausdruck. Das Wirtschaftswunder ist nicht aufzuhalten, „Geh’n Sie mit“ heißt es dann auch im Konjunktur Cha Cha Cha. 1955 rollt der millionste VW-Käfer vom Band, die ersten Fernsehapparate stehen in deutschen Wohnzimmern, neben Nierentisch und Tütenlampen. Nach all den dunklen Jahren ist die Lust groß, das Auto voll zu packen und „dann nichts wie raus zum Wannsee“ oder an die Strände Italiens zu fahren. Die gleichzeitig wieder wachsende Kriegsgefahr und die atomare Bedrohung werden meist verdrängt, wenn es auch Widerstand gibt gegen die Gründung der Bundeswehr und die Pläne ihrer atomaren Bewaffnung 1957. Der Chor präsentiert dazu den „Weltuntergangsblues“. Irritierend und widersprüchlich wie diese Zeit so versteht sich das neue Programm des Gemischten Saarbrücker Damenchors: ein Wechselbad zwischen Lachen und Nachdenklichkeit, zwischen Mitsingen wollen und bisweilen schmerzhaft erinnertem Zuhören.
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